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Monat: Januar 2016

Tetris im Kühlraum – der vierte Tag

Montag, 7:55 Uhr, -8 Grad. Am Freitag hatte Herr Schmidt den Kühlraum für sich alleine und so habe ich mich auf einen entspannten Tagesablauf – möglichst drinnen – gefreut.

Als ich reinkomme bittet der Chef Frau Weiherhofer mal den Kühlraum zu Reinigen „ist auch nur einer drin“. Wie ich erfahre macht sie das wohl nur wenn der Raum möglichst leer ist. Sie sieht den Chef skeptisch an und geht. Als sie 2 Minuten später wieder ins Büro kommt sagt sie mit gelangweilter Miene „warum falle ich eigentlich immer noch drauf rein?“ und verschwindet wortlos in der Küche.[...] ... zum Artikel

Besuch vom Finanzamt – Tag 3

Heute ist der letzte Freitag im Januar und draußen ist es eiskalt. Neue Leichen gibt es keine und die Angehörigen von Herrn Schmidt vom Vortag waren noch nicht hier um Kleidung vorbei zu bringen und einen Sarg aus zu suchen. Deshalb Beschäftigen wir uns den ganzen Vormittag mit der Reinigung und Wartung der Gerätschaften.

Während ich den Laster putze vergeht der Morgen erstaunlich schnell und ehe ich mich versehe habe ich auch schon Pause.

Danach ging’s zum Stadtfriedhof um die Urne eines Finanzbeamten a.D. (wenigstens dessen bin ich mir in Anbetracht seines Zustands sicher) bei zu setzen.[...] ... zum Artikel

Trial and Error – Tag 2

Es ist mein zweiter Arbeitstag, nachdem ich widerwillig aus meinem warmen Bett gekrochen bin stehe ich um zehn vor acht im Büro.

Außer mir und Frau Kiesling ist bisher niemand da, so ein Dreck – ich dachte die Besprechung am Morgen dauert länger. Da Grabmachen ansteht und ich mich noch Umziehen muss habe ich wenigstens einen Grund mich zu Verkrümeln. Nachdem das erledigt ist standen auch schon alle im Büro und waren wieder fleißig am Witzeln über Frau Tot.

Das muss wohl schon ein paar Tage so gehen, denn Frau Kiesling ändert ihre Tonlage und erklärt, dass sie das Wort „tot“ heute nicht mehr hören will. In der nächsten Sekunde klingelt das Telefon und ihre Stimmlage ändert sich von passiv-aggressiv zu einem zuckersüßen „Bestattungsinstitut Grabowoski, Kiesling“, tja das war wohl nichts mit dem Wort..[...] ... zum Artikel

Der erste Tag

An einem kalten Frühlings morgen begann mein offizieller Job beim Bestatter. Pünktlich um fünf vor 8, in neuen Klamotten, und diesmal ohne vorher zu Rauchen stehe ich im Büro.

Die tägliche Besprechung war wohl schon vorbei und nach 5 Minuten und einigen Witzen die ich nicht verstanden habe ging die Arbeit los. Ich folge Hans direkt in den Sektionsraum, wo der erste Sarg schon fertig ausgestattet bereit steht und der Leichnam einer korpulenten Frau Anfang/Mitte 50 darauf wartet eingesargt zu werden. Der Chef muss „Beurkunden“, was auch immer das sein mag.[...] ... zum Artikel

Die Warterei bringt mich um

Zwei Tage habe ich nun auf den versprochenen Anruf gewartet.

Das Geld ist knapp und wegen dem Versprechen des Chefs habe ich in den letzten beiden Tagen zwei Stellen bei Zeitarbeitsfirmen abgelehnt. Außerdem überprüfte ich hin und wieder den technischen Zustand des Telefons – man weiß ja nie.

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Am späten Abend hat es dann doch geklingelt. Es ist Herr Grabowoski der mich zu einem Weiteren Gespräch am nächsten Morgen einlädt. Ein zweites Gespräch? Wie jetzt?[...] ... zum Artikel

Der Probearbeitstag

Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk stehe ich um 8:00 Uhr vorm Institut und drücke die Klingel. Etwas mulmig ist mir ja schon, passen meine Klamotten? Was erwartet mich? Ob wohl gerade eine Leiche auf “Lager” ist? Wer sind meine Kollegen? Und was zum Teufel tue ich hier eigentlich?

Noch bevor ich meine Gedankenspiele weiterspinnen kann fängt der Türöffner an zu Summen, ich gehe rein und stelle mich im Büro vor. Dort warten schon alle Mitarbeiter auf den Arbeitsbeginn. Inkl. der Reinigungskraft und meiner Wenigkeit sind stehen wir nun zu fünft im Büro und ich werde vorgestellt:[...] ... zum Artikel

Das Vorstellungsgespräch

Lange Zeit tat sich gar nichts und ich war kurz davor wieder eine Stelle bei einer der Zeitarbeitsfirmen die hier seit einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden schießen an zu nehmen als eines morgens das Telefon klingelte.

„Bestattungsinstitut Grabowoski, Sie haben Sich bei uns beworben Herr Berg.“ – stille – ich musste kurz überlegen „Ja.“

Lange Rede kurzer Sinn, ich vereinbarte mit Herrn Grabowoski einen Termin zu einem Vorstellungsgespräch.

Als ich am nächsten Morgen in dunkler Jeans mit schwarzem Hemd das erste mal in meinem Leben bei einem Bestattungsinstitut klingle kommt mir die Situation surreal vor, vor der Tür wartend frage ich mich noch kurz ob die Idee so cool war – zu spät, die Tür wird geöffnet.[...] ... zum Artikel

Die Idee

Bestattungshelfer? Warum eigentlich nicht?

Meine Gründe für die Wahl dieses Jobs waren eher pragmatisch: ich war erwerbslos, habe keine konventionelle Ausbildung und den Wunsch nach zahllosen eintönigen Jobs endlich etwas sinnvolles und abwechslungsreiches zu tun. Ganz nebenbei wird man als Bestattungshelfer in Deutschland wesentlich besser bezahlt als bei den meisten Hilfstätigkeiten.

Letztendlich habe ich mich, so banal das klingen mag, dafür entschieden weil ich in diesem Beruf für mich eine Zukunft gesehen habe.[...] ... zum Artikel

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