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Die Warterei bringt mich um

Zwei Tage habe ich nun auf den versprochenen Anruf gewartet.

Das Geld ist knapp und wegen dem Versprechen des Chefs habe ich in den letzten beiden Tagen zwei Stellen bei Zeitarbeitsfirmen abgelehnt. Außerdem überprüfte ich hin und wieder den technischen Zustand des Telefons – man weiß ja nie.

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Am späten Abend hat es dann doch geklingelt. Es ist Herr Grabowoski der mich zu einem Weiteren Gespräch am nächsten Morgen einlädt. Ein zweites Gespräch? Wie jetzt?

Am nächsten Morgen, nach dem täglichen Versuch meine waschbärenartigen Augenringe ab zu waschen, fahre ich zum Institut. Zum Glück sollte es nur noch um die Bezahlung gehen und nach 20 Minuten ist auch schon alles geklärt. Der Chef versicherte mir, dass es nur noch einige Tage dauert bis ich mit der Arbeit anfangen kann.

Ha! Ein neuer Job, ausnahmsweise sogar einer den ich wirklich haben wollte. Fehlt nur noch passende Arbeitskleidung.

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Der erste Tag

  1. Josef

    Ja,so ganz einfach wie du das schilderst ist das mit dem Sarg auskleiden aber auch nicht. Es kommt natürlich darauf an, in welchem Zustand man ihn geliefert haben will. Bei meinem ersten Chef mussten wir den Sarg nicht nur aus kleiden, sondern auch noch die Erdruck Wiederstandstrebe in den Oberkasten einbauen, die Füße drunter machen, und so weiter. Es soll doch nicht der Eindruck entstehen, das alles so lala gemacht wird. Beim Umgang mit den Verstorbenen hast du die Realität getroffen, das ist am Anfang noch sehr fremd, und eine gewisse Abgebrühtheit muss schon sein. Das mit dem Alkohol kenne ich aus meinen Erfahrungen so nicht, aber dieses Land ist groß, und es ist halt überall wieder anders.

    • Stimmt, da hast Du Recht. Kommt drauf an wie sie geliefert werden. Füße und Zierleisten mussten wir teils auch selbst anschrauben, die Griffe sowieso da man ja nicht weiss ob 4 oder 6 ran kommen.

      Zum Umgang mit den Verstorbenen: endlich mal jemand der den Blog nicht für einen makaberen Scherz hält und weiss wovon er redet. 🙂

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